Gemeinde Ilmtal beginnt Gespräche mit Stadtilm zu möglicher Fusion

Gemeinde Ilmtal beginnt Gespräche mit Stadtilm zu möglicher Fusion

TA Bürgermeister Schulze will mit seinem Amtskollegen Terminplan festlegen. Neue Kommune hätte knapp 9000 Einwohner.

Die Botschaft der neuen Landesregierung ist eindeutig: Eine Gebietsreform wird kommen. Im Ilmtal wächst derweil die Erkenntnis, besser freiwillig mit der Nachbarstadt zu fusionieren und die Bedingungen mitzubestimmen, als per Gesetz in neue kommunale Strukturen gezwungen zu werden.Angebote des ehemaligen Stadtilmer Bürgermeisters Joachim Günsel zu Fusionsgesprächen waren von Ilmtal-Seite noch abgelehnt worden, die Vorbehalte insbesondere bei Ortsteilbürgermeistern groß. Am Dienstag hat der Ilmtal-Gemeinderat mit großer Mehrheit Bürgermeister Peer Schulze ermächtigt, Gespräche mit seinem Amtskollegen Lars Petermann aufzunehmen. „Ich sehe die Möglichkeit, dass größere Strukturen effizienter arbeiten und in Summe Vorteile bringen“, erklärte Schulze, der bereits in Vorbereitung seiner Wahl im Jahre 2014 keinen Hehl daraus gemacht hatte, wie er zu der Problematik steht.

Rein geografisch ist die Gemeine Ilmtal der „Kragen“ der StadtStadtilm und diese schon jetzt ein wichtiges Grundzentrum für die Region. Bürger aus Dienstedt oder Hettstedt müssen durch die Stadt hindurchfahren, um zu ihrer Gemeindeverwaltung nach Griesheim zu kommen. Die Gemeinde besteht aus insgesamt 21 mehr oder weniger kleinen Orten, in denen knapp 4000 Menschen leben. Stadtilm würde knapp 5000 Einwohner in die „Ehe“ einbringen. Wie Schulze betonte, sei er stolz auf das, was in der Gemeinde bisher geschaffen wurde. Das wolle er erhalten. Gleichzeitig sollte man die Chance nutzen, kommunale Zusammenschlüsse selbst zu gestalten. Dass das geht, habe das Ilmtal mit der Gründung einer Einheitsgemeinde 1996 selbst gezeigt. Auch damals hatte das Vorhaben nicht nur Befürworter.

Entwicklung der Ortsteile sichern

Die Ermächtigung des Bürgermeisters zu Gesprächen will man als Signal verstanden wissen. Zunächst will Schulze mit Petermann einen „Fahrplan“ festlegen. Mit einer freiwilligen Phase kommunaler Zusammenschlüsse wird 2017/18 gerechnet. Ob es finanzielle Anreize gibt, ist noch nicht bekannt. Wenn Fusion, dann auf Augenhöhe und keine feindliche Übernahme, so betonte der Ilmtal-Bürgermeister. Schwerpunkte sieht er in der langfristigen Sicherung der Entwicklung der Ortsteile. Bewahrt werden sollten auch die kommunale Trägerschaft der Kitas und die Sicherung der Arbeit der Vereine. Außerdem dürfe es keinen Abbau an Arbeitsplätzen geben.

Neben Zustimmung wurden im Gemeinderat auch einige Bedenken laut. Beatrice Böttner (Großliebringen) forderte, nicht ohne Konzept mit den Gesprächen zu beginnen. Sie stimmte als einzige gegen den Antrag.

Stadtilms Bürgermeister hingegen freut sich über die breite politische Mehrheit für diese Entscheidung. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagte er gestern. Befürchtungen aus den Orten, Verlierer so einer Fusion zu werden, kann er nachvollziehen. „Natürlich gehöre zu einer Fusion vertragliche Regelungen. Darin kann man auch die Verteilung von Finanzmitteln an die Ortschaften regeln“, so Petermann. Die Position der Ortsteilbürgermeister findet er wichtig, „denn das sind die Entscheider vor Ort“. Am 4. Juni wird im Stadtrat in Stadtilmüber das Thema Fusion mit dem Ilmtal beraten.

Quelle Thüringer Allgemeine vom 17.04.2015, Antje Köhler